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Friedenstaube

01.05.2023

Mahnung zur Bewahrung der Schöpfung

In Simmern wurden im Februar im 2023 8 Robinen in der Wildburg-Straße gefällt. Diese wurden zuvor von einem Baumgutachter auf die Standsicherheit überprüft. Durch im Laufe der Jahre durchgeführte Schnittmaßnahmen und auch Bauarbeiten im nahen Umfeld wurden die 8 Bäume so stark geschädigt, dass diese gefällt werden mussten, um den Verkehr und auch die Anwohner dauerhaft zu schützen.

Verständlicher Weise fanden die Maßnahmen nicht nur Befürworter und ernteten teilweise wenig Verständnis. Bäume sind die Grundlage des Lebens und bilden den Sauerstoff unserer Atemluft, filtern zusätzlich Staub aus dieser und spenden Schatten auf Asphalt oder Beton, womit sie ökologischen Klimaanlagen und in jedem Fall erhaltenswert sind. Leider sind nicht alle Bäume ein Leben lang gesund, somit wurden diese auf Grund der mangelnden Gesundheit vom Gutachter zur Fällung freigegeben.

Um die Gemüter zu besänftigen und das Holz eine sinnvollen Verwertung zuzuführen nahm ich mir dieses Projekt zu Herzen, denn als ausgebildeter Baumpfleger habe ich guten Sinn für die Erhaltung der Bäume und großen Respekt vor dem Rohstoff Holz.

Ich machte mir Gedanken welches Symbol wohl für die gefällten Bäume passend wäre.
Eine Friedenstaube sollte es werden. Diese passt zur jetzigen Situation in der Welt, genauso wie auch ein Stück weit in die Straße, in der die Bäume ein Bauleben lang standen. Der Baum sollte noch als solches erkennbar sein, so dass er wirklich aus der Straße hier stammt, also war eine kleine Taube mit dickem rundem Stamm mein Plan.

Desweitern fiel mi ein Spruch aus dem Matthäus ein den ich etwas umformte:
Wachse wie ich wuchs (der Baum) und Liebe deinen nächsten wie dich selbst….

In Folge meiner Skulptur ergaben sich sogar Leserbriefe in der Rhein-Hunsrück-Zeitung und sie bewirkte somit genau mein Vorhaben, dass Menschen zum Nachdenken angeregt werden sollten.

Ahrtal Baum

1. Mai 2022

Im Jahr 2021 wurde das Ahrtal von einer Flutkatastrophe getroffen. Schnell begannen sich private Organisation zu bilden, um den Menschen vor Ort zu helfen. So fand auch ich mich mit einigen Kettensägenkünstlern aus ganz Deutschland zusammen und wir schnitten Brennholz für den Winter und sägten Skulpturen für die Betroffenen vor Ort. Diese Skulpturen wurden andere freiwillige Helfer weitergegeben, die Besonderes geleisteten hatten oder zu Gunsten der Flutopfer-Hilfe versteigert.

Währenden der Tätigkeit vor Ort, beim Erstellen kleiner Skulpturen, kam mir die Idee einen Ahrtal-Baum mit einer Botschaft für die Betroffenen der Katastrophe zu erstellen, der Mut, Kraft und Ausdauer und sowie Freude schenkten sollte.

Es wurde ein Baum, denn ein Baum nimmt sich die Energie aus der Natur und aus dem „Nichts“ entstehen so auf der ganzen Welt einzigartige Individuen, die Waldbrände, Fluten und Stürme über Jahrtausende überstehen. Dies als Symbol fand ich passend für die Menschen vor Ort, denn auch der Baum wächst mit Kraft und Energie entgegen der Schwerkraft, wie auch die Häuser beim Wiederaufbau im Ahrtal.

Zusätzlich kam mir die Idee einen Spruch zu integrieren der die Botschaft noch verdeutlichen soll

Ein Tal, wie ein Baum - so viel…
Halt wie die Wurzeln,
Kraft wie die Stämme,
so viel Energie wie die Kronen.

Nach ein paar kleinen Skulpturen die nun im Umlaufsind, kam mir die Eiche aus Simmern in den Sinn. Diese ist perfekt für den originalen Ahrtalbaum in Übergröße. Somit erstellte ich diesen in Dernau auf der Rotweinwanderung.
Dieser wurde von mir in der Nacht zum 1. Mai 2023, in der Walpurgisnacht, in der Nähe des Ahrtaltors in Ahrweiler aufgestellt und steht bis heute dort.

Neckarsteinacher Unglückseiche

22.10.2022

Neckarsteinach liegt im südlichsten Teil Hessens im Kreis Bergstraße, 15 Kilometer östlich von Heidelberg. Eine Eiche durfte dort ca. 180 Jahre lang auf dem Friedhof Schatten und Sauerstoff spenden. Bis zum 19.02.2022, als das Sturmtief Zeynep aufkam und dieses Naturdenkmal zu Fall brachte. Die Wurzeln wurden im Laufe der Jahrzehnte durch Baumaßnahmen zu stark beschädigt, so dass der Baum während des Sturmes nicht mehr genügend Halt im Boden fand.

Zum Glück wurde niemand verletzt. Es entstand lediglich erheblicher Sachschaden an einigen Gräbern auf dem Gelände des Friedhofes. Durch einen Forstwirtschaftsmeister-Kollegen wurde ich auf diesen Vorfall aufmerksam. Sofort war mir klar, dass man einen solch dicken Stamm nicht alle Tage bekommt. Als Dank, dass bei diesem Vorfall niemand verletzt wurde, sollte der Baum meiner Ansicht nach ein ewiges Leben als Symbol bekommen.

Nachdem der Baum auf Länge zugschnitten war, konnte der Transport organisiert werden, was allerdings einfacher gesagt als getan war. Ein Holztransporter schaffte einen solch kurzen und dicken Stamm nicht zu transportieren. Also kam mir die Idee, auf Baumaschinen zurückzugreifen. Mit Hilfe der Firma Dillig Hoch- & Ingenieurbau fanden wir eine Möglichkeit, einen Kran zu organisieren. Allerdings war die Lage des Stammes alles andere als einfach und somit gab es einige Komplikationen. Der 6 Tonnen schwere Stamm mit 3,5 m Länge und 162 cm Durchmesser am Stammfuß, zzgl. Der 4,5 Tonnen schweren Krone war nicht einfach zu bewegen.

Nach einer langen Reise landete der Stamm nun im Hunsrück.  - Doch „Was macht man mit so einem Riesen?“

Da ich noch in der  Bauphase steckte, kam die Idee ihn vor meinem Haus in Tiefenbach zu platzieren, so dass jeder eine gute Aussicht auf ihn hat. Es wurde ein Fundament gegraben und betoniert.

Das Ausrichten war gar nicht so einfach, bei der Größe, doch nun  steht er an seinem Standort.

Die Tage vergingen und ich rätselte, was daraus entstehen könnte. Viele Ideen kamen zusammen und ich wollte die Gemeinschaft der Säger stärken. - Somit habe ich die jüngsten Profis aus Deutschland zusammen gebracht um etwas Außergewöhnliches zu erschaffen.
Meine Wahl fiel auf „Holz-Flori“ Florian Lindner - unser Supertalent aus Thüringen, Andrej Löchel aus dem Saarland und mich als Jüngsten im Team.

Das Objekt allerdings stand  immer noch nicht fest, nur eines war klar – ein Pferd sollte es werden, denn das sind meine Lieblingsmotive.

Aber wie kann man es mit der jetzigen Zeit kombinieren?

Selbst am letzten Tag am Stamm waren immer noch nicht alle Objekte final geklärt. Aber eins stand fest, wir wollen den Menschen Freude und Zuversicht vermitteln und dies in einer tollen und übergroßen Skulptur.

Freude im Leben haben und glücklich sein, so wie wir beim Sägen, das ist das Wichtigste im Leben. - Also an die Sägen und Los!